11. Rauhnacht – Die Nacht vom 03. auf den 04. Januar

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…
Diese Rauhnacht ist eine Nacht des Loslassens und Abschiednehmens. Und zwar mit einem wunderschönen und lichtvollen Aspekt des Neubeginns, der Hoffnung und des Einlassens. Dieser Tag trägt die Qualität der Rune Berkana und der Borbeth, die letzte der drei Bethen.
Die 11. Rauhnacht steht auch für den Monat November des kommenden Jahres. Wenn wir an den November denken, dann denken wir daran wie grau, regnerisch, windig und rauh es zu dieser Jahreszeit ist. Die Pflanzen haben sich ins Erdreich zurückgezogen, die Ernte ist längst eingeholt, es ist die dunkle Zeit des Jahres, eine Zeit des Abschiednehmens und des Loslassens. Es ist die Zeit in der wir uns mit unseren Ahnen verbinden und uns bewusst machen welche unserer Vorfahren uns besonders geprägt haben. Im November haben wir Allerseelen, Allerheiligen und den Totensonntag, Tage an denen wir uns an unsere Vorfahren erinnern und danken können. So beschreibt der November ganz wunderbar eine Qualität dieser Rauhnacht.
Und dennoch schwingt in dieser 11. Rauhnacht auch der Zauber des Neuen und Hoffnungsvollen. Ausgedrückt durch die Rune Berkana.
Berkana, eine Rune aus dem Geschlecht des Tyr, eine Rune der Erkenntnis, sie symbolisiert die Birke. Fällt sie in einer Runenlegung, so läd sie uns ein unser Herz anderen Menschen zu öffnen, das Fenster unserer Seele zu öffnen und das Licht des Frühlings hineinscheinen zu lassen, etwas Neues in Dein Leben zu lassen. Sie bedeutet neue Kraft, neues Leben und Neubeginn. Berkana symbolisiert den Frühling, den Aufbruch der Natur, Licht, Glanz und Schönheit. Sie kündet das Ende von Isolation an. Jetzt bricht eine Zeit des Verliebtseins an, Flirt, Erotik und Sexualität als Ausdruck der Lebendigkeit.
Damit etwas Neues entstehen kann, muss das Alte abgeschlossen sein. Diesen Aspekt der 11. Rauhnacht zeigt uns Borbeth. Borbeth ist wie ihre beiden Schwestern eine keltisch- alpenländische Göttin. Sie ist die Göttin des Heilens und der Geborgenheit, die Sonnenmutter und auch die Todesgöttin. In der Göttingen- Triade der drei Bethen steht sie für die warmherzige und sonnige Kraft, sie ist wie eine liebende, fürsorgliche Großmutter. Ihre Farbe ist das Schwarz, wie die dunkle Nacht die uns Ruhe und Entspannung schenkt. Aus der Dunkelheit der Nacht wird der neue Morgen geboren. Bei den Kelten begann der neue Tag immer mit dem Sonnenuntergang, dem Abschluss des alten Tages.
So zeigt uns diese Rauhnacht, dass aus dem Alten das Neue entsteht, dass auf Abschied und Loslassen ein Neubeginn folgt und unsere Vergangenheit der Nährboden für unsere Zukunft ist.
Themen der 11. Rauhnacht:
Welches geistige Erbe Deiner Ahnen hat Dich ganz besonders geprägt?
Was ist jetzt endgültig vorbei und möchte losgelassen werden?
Was willst Du auf diese Erde bringen, was ist Dein Ziel / Dein Sinn des Lebens?
Wofür wirst Du Deine Lebensenergie- und zeit einsetzen?
Was soll am Ende Deines Lebens über Dich gesagt werden oder welches Erbe willst Du hinterlassen?
 
Räucherwerke:
Rose – schenkt uns Liebe, Geborgenheit und Harmonie
Holunder – hilft den richtigen Zeitpunkt für Entscheidungen zu bringen, bringt uns Licht ins Herz
Zimt – hilft loszulassen und fördert Glück und Erfolg
Kalmus – unterstützt im Prozess des Loslassens
Sonnenblume – schenkt Licht und Schutz und unterstützt die Herzensbildung
Sternanis – erleichtert Wertschätzung und unterstützt das Loslassen
Beifuß – hilft Entscheidungen zu treffen und Altes loszulassen
 
Affirmation:
Ich nutze meine Lebenszeit sinnvoll und bin dankbar für alle Erfahrungen.
 

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Stufen

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend

Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,

Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend

Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.

Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe

Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,

Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern

In andre, neue Bindungen zu geben.

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,

Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,

An keinem wie an einer Heimat hängen,

Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,

Er will uns Stuf‘ um Stufe heben, weiten.

Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise

Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,

Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,

Mag lähmender Gewöhnung sich eintrafen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde

Uns neuen Räumen jung entgegen senden,

Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden…

Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

Hermann Hesse

 

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