2. Rauhnacht – Die Nacht vom 25. auf den 26. Dezember

Die zweite Rauhnacht steht ganz im Zeichen der Stille und damit gehen wir noch ein wenig tiefer in uns hinein, lauschen in uns und verbinden uns mit unserer inneren Quelle, unserem geistigen Zuhause.
Es gibt so viele Wege sich mit seinem inneren Selbst zu verbinden. Dazu gehören zum Beispiel das Orakeln wie Karten legen und Traumdeutung, die Astrologie, innere Reisen, Stilleübungen und Meditation. Welchen Weg auch immer Du für Dich wählst ist ganz Dir überlassen. Hauptsache es fühlt sich für Dich gut und stimmig an. Es reicht doch schon sich ein paar Augenblicke zurückzuziehen, einen langen Spaziergang in der Natur oder im Wald zu machen, das Handy auszustellen und einfach mal nicht erreichbar zu sein. Ganz von allein fliegen dann Deine Gedanken und es kommen Fragen auf oder Themen hoch von denen Du dachtest, sie wären längst abgeschlossen. Nur in der Stille ist es möglich wahrzunehmen was in Dir vorgeht, den inneren Frieden und die innere Stimme zu wecken. Wie wunderschön ist es doch nach einem langen Spaziergang, bei dem ich nicht reden und nicht aufmerksam zuhören musste, nach Hause zu kommen und zu spüren wie auch das Geplapper der Gedanken ganz still geworden ist.
„Verbindung mit dem geistigen Zuhause bedeutet Heimkehr. Die Quelle ist in Dir.“ So beschreibt Jeanne Ruland in ihrem Buch „Das Geheimnis der Rauhnächte“ ganz treffend die Qualität dieser zweiten Rauhnacht. Mein geistiges Zuhause, das Finden und Anzapfen meiner Quelle hat für mich sehr viel mit meinen Wurzeln zu tun. Heute wissen viele nicht mehr wie ihre Urgroßeltern gelebt haben, wer sie waren und was sie ausmachte. Das stellt eine Nichtbeachtung der eigenen Wurzeln dar, man fühlt sich entwurzelt, hat gar keinen festen Stand. Eine schöne Möglichkeit dies ins Gleichgewicht zu bringen ist es, sich seine Ahnen vorzustellen wie sie hinter einem stehen und ihre Kraft, ihre Energie nach vorn reichen. Von Generation zu Generation kommen immer wieder neue Energien und Impulse hinzu. Andere werden vielleicht sogar schwächer.
Nun, wir haben gerade Weihnachten, die Familien sitzen beieinander und man tauscht sich aus. Warum nicht einfach mal das Familienalbum herausholen und die Oma fragen wie es doch früher so war als sie noch ein Kind war und was sie noch weiß über ihre Eltern, Großeltern und Verwanden. Das wird ein völlig neues Verständnis für die eigenen Wurzeln bringen und ein Verständnis dafür, warum die Großeltern so oder so sind und wie unsere Eltern von ihnen erzogen wurden, was ihnen mit auf dem Weg gegeben wurde und schlussendlich bei uns selbst angekommen ist.
Entzünde zu Ehren Deiner Ahnen und der Menschen die Du liebst eine Kerze und lass sie brennen bis sie von selbst erlischt. Nimm Dir Zeit und setze Dich vor die Kerze, nimm ihre Wärme bewusst wahr und stell Dir vor wie diese Wärme in die Herzen Deiner Lieben dringt und sie wärmt. Vielleicht beginnt die Kerze ja auch hin und wieder von selbst zu flackern. Was fühlst Du in diesen Momenten?
 
Themen der 2. Rauhnacht:
Wie kann ich in die Stille kommen?
Wie oft gönne ich mir Rückzug und Stille und wie kann ich das zukünftig stärker in meinen Alltag integrieren?
Was ist notwendig inneren Frieden für mich zu erlangen?
Wo sind meine Wurzeln?
Würdige und ehre ich meine Ahnen, meine Vorfahren?
 
Räucherwerke:
Eine Räuchermischung aus diesen Kräutern unterstützt optimal das Thema der 2. Rauhnacht:
Mädesüß – hilft zu vergeben und Gefühle zuzulassen
Beifuß – unterstützt Altes loszulassen und Entscheidungen zu treffen
Ysop – schenkt inneren Frieden und Dankbarkeit
Lavendel – hilft das Herz zu öffnen und schenkt Geborgenheit
Rose – schenkt Harmonie, Liebe und Geborgenheit, der Herzöffner Nummer 1 😉
Salbei – befreit von stressigen Energien und steht für Neubeginn
Alant – hilft bei Melancholie und Traurigkeit, Schutz vor Krankheit
Zeder – schenkt Kraft für Veränderungen
 
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In der Stille angekommen
 
In der Stille angekommen
gehe ich in mich,
stehe ich zu meinen
Stärken und Schwächen,
liegen mir mein Leben
und die Liebe
am Herzen.
In der Stille angekommen,
sehe ich mich, dich, euch
und die Welt
mit anderen Augen,
mit den Augen des Herzens.
In der Stille angekommen,
höre ich auf mein Inneres,
spüre ich Geborgenheit,
lerne ich Gelassenheit,
tanke ich Vertrauen.
 
© Ernst Ferstl (*1955), österreichischer Lehrer, Dichter und Aphoristiker
Quelle: Ferstl, Herznah, 2003

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