Bräuche, Mythen und Symbole in der Julzeit

Viele Elemente der heidnischen Mythen wurden beibehalten und in das christliche Weihnachten übernommen. In ihnen liegen Jahrtausende alten Wissens, machtvolle Wahrheiten und uralte Rituale.
Jul ist eine 12- tägige Feierlichkeit der alten nordischen Völker. Jul bedeutet Rad und dieses Rad markiert die sich wechselnden Jahreszeiten, den Pfad der Sonne und den Kreislauf des Lebens. Das Sonnenrad oder Sonnenkreuz ist ein antikes europäisches Symbol. Und damit ist das Verbrennen eines Sonnenrades oder Sonnenkreuzes eine wichtige, alte Tradition unserer Vorfahren zur Julzeit.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Julzeit ist der weibliche Aspekt. In der nordischen Mythologie wird die Göttin Frigg mit Heirat, Haushalt, Fruchtbarkeit und Mutterschaft assoziiert. Sie lebt in ihrem eigenen Palast und webt dort die Wolken die über Midgard (unsere menschliche Welt) schweben, sie spinnt das Rad des Lebens, die neue Sonne hereinbringend, den Wechsel der Jahreszeiten. Das Rad des Julfestes wurde vom Spinnrad der Frigg adaptiert. Frigg ist die Mutter des Gottes Baldur, welcher in der Julnacht geboren wird. Baldur ist der Gott des Lichtes, der Wahrheit und des Friedens. Er war der Liebling, der Beliebteste unter den Göttern und bei den Menschen. Seinen Tot sah Baldur in einer Vision voraus. Und so geschah es auch, er wurde von einem Mistelzweig durchbohrt und starb. Frigg, seine Mutter, weinte über seinem toten Körper und aus ihren Tränen wurden die weißen Früchte des Mistelzweiges.
Der weibliche Aspekt (Fruchtbarkeit, Geburt) war den nordischen Völkern so wichtig, dass man die Nacht vor Jul in manchen Gegenden Muttersnacht nannte. Beim Julfest wird ganz offen die Fruchtbarkeit gefeiert und das sehen wir heute noch in den traditionellen Weihnachtsfarben und Symbolen.
 


 
Der Mistelzweig
Der Brauch sich unter dem Mistelzweig zu küssen ist von dieser Mythologie inspiriert. Baldur symbolisiert den Mistelzweig, er stirbt und wird während der Zeit der Ragnarök (Apokalypse) wiedergeboren. Was hat das nun mit dem Brauch um das Küssen unter dem Mistelzweig zu tun? Nun, zwei sich liebende kommen unter dem Mistelzweig, dem Geist des Lieblingsgottes Baldur, zusammen, sie küssen sich, lieben sich und dieser Liebe entspringt ein Kind. Es wird ein gesegnetes Kind geboren, vielleicht ja sogar Baldur, der schönste und meist geliebte unter den Göttern.
Bei den alten nordischen Völkern war die Mistel nicht nur eine Medizinpflanze, sondern wurde auch für rituelle Zwecke verwendet. Ihre Beeren enthalten Alkaloide, sie wirken anregend und bringen uns Wohlbefinden. Gerade in der dunklen Jahreszeit, in den langen, harten nordischen Wintermonaten können sie bei Depression behilflich sein. Die Mistel wird auch verwendet um Unfruchtbarkeit rückgängig zu machen. Ihre Beeren tragen einen weißlich, klebrigen Samen der im Aussehen und Geruch stark an Sperma erinnert. Noch heute wird die europäische Mistel für medizinische Zwecke in der Homöopathie verwendet. Die wuchs in den nordischen Wäldern hoch oben in den Bäumen wie eine Krone.
 
Die Farbe Rot
Rot repräsentiert das Blut der Frau, das Menstruationsblut oder das Blut bei einer Geburt.
Alle 9 Jahre brachten die Kelten den Göttern ein Opfer, dieses nannte man Blut. Man versammelte sich und im Austausch für Schutz, Segnung, Nahrung und Fruchtbarkeit bot man den Göttern Geschenke an. Diese Geschenke waren Gaben aus der Natur, wie Äpfel, Nüsse und andere Früchte oder Beeren und Tieropfer. Nach der rituellen Tötung eines Tieres wurde dieses an den Bäumen in den heiligen Wäldern aufgehängt. Sein Blut tropfte von den grünen Bäumen in den Schnee. Die roten Kugeln am Weihnachtsbaum erinnern noch heute an die Fleischstücke und das Blut, das man den Göttern opferte. Und auch hier haben wir wieder die Farben Weiß (der Schnee) und das Grün der Bäume.
 
Die Farbe Grün
Grün steht für das Wachstum der Natur. Pflanzen, die das ganze Jahr über grün sind, wie das Immergrün, Pinie, Stechpalme, Mistelzweig und Efeu, erschienen den alten Kelten magisch. Dies sind alles Pflanzen die wir heute noch mit Weihnachten verbinden.
 
Die Farbe Gold
Gold ist das Symbol für die Sonne, die das Leben spendet.
 
Die Farbe Weiß
Weiß steht nicht nur für den Schnee, sondern auch für das Sperma, aus welchen neues Leben entsteht.
 
Der Weihnachtsbaum
Der Julbaum steht für das Leben und die Kraft der Natur. Er erinnert an Yggdrasil, den Baum des Lebens. In ihm hing Odin 9 Nächte und 9 Tage und erwarb Wissen.
 
Äpfel und Nüsse
Die Äpfel sind eines der wichtigsten und bekanntesten Symbole in der Julzeit.  Sie stehen für Fruchtbarkeit, Nahrung und Leben. Äpfel und Nüsse waren ein wertvolles und gesundes Geschenk.
 
Der Brauch um Santa Claus oder Sankt Nicolaus
Odin, der Göttervater, führt in der Julnacht führt der Julnacht eine große Jagdgesellschaft an. Die stürmische Gruppe Reiter und Hunde führt er auf seinem achtbeinigen Pferd Sleipnir reitend durch den Nachthimmel. In dieser Nacht stellten die Kinder mit Heu gefüllte Stiefel vor die Tür um Sleipnir zu füttern. Als Gegenleistung lies Odin den Kindern ein Geschenk da. Häufig waren es Äpfel, Nüsse, vielleicht auch mal ein Gebäck oder ein kleines Spielzeug. In den nordischen Ländern werden heute noch für die Götter Kekse und Milch als Gaben für die Götter aufgestellt und die Weihnachtsstrümpfe am Kamin auf gehangen. Durch die Esse fahren die Götter in den Wohnraum, nehmen sich von den Gaben und hinterlassen im Austausch kleine Geschenke in Form von Nüssen und Äpfeln.  In manch einer Gegend werden die Weihnachtsstrümpfe auch heute noch mit Heu gefüllt.
Der Schlitten von Santa Claus wird von 8 Rentieren gezogen. Da haben wir wieder die 8 wie schon bei Odins achtbeinigem Pferd. Rudolf, das rotnasige Rentier, wurde erst nach 1939 von einem jüdischen Mann hinzugefügt. So ziemlich zur gleichen Zeit entstand auch das bekannte Weihnachtslied. Nun sind es 9 Rentiere die den Schlitten ziehen. Die 9 ist ebenfalls eine wichtige Zahl in der nordischen Mythologie, so gibt es die 9 Welten, Odin hing 9 Tage im Weltenbaum und erlangte allumfassende Weisheit und das Wissen über die Runen, Thor machte 9 Schritte bevor er zu Boden fällt und vom Gift der Midgardschlange, in seinem 3. und letzten Kampf mit ihr, getötet wird. Im Laufe eines Jahres werden 9 Fruchtbarkeitsfeste gefeiert und alle 9 Jahre wurde an Jul den Göttern ein Opfer gebracht.
Thor, der Gott von Blitz und Donner und der Sohn Odins, fährt einen Streitwagen der von 2 Ziegen gezogen wird. Diese beiden Ziegenböcke heißen Blitz und Donner.  Der Schlitten von Santa wird von Rentieren gezogen und zwei der Rentiere heißen Donner und Blitzen. Dies ist eine Referenz an Thor und seine Ziegenböcke.
Die Elfen, die Helfer Santas erinnern ebenfalls stark an die nordische Mythologie. Eine der 9 Welten heißt Alfheim, das Reich der Lichtalben. Elfen sind keine Götter, sie besitzen aber magische Kräfte und Fähigkeiten.

*********

Die alten Kelten erklärten sich die Welt und ihre natürlichen Gegebenheiten indem sie diesen menschliche Gesichter gaben und sie mit menschlichen Gottheiten verbanden. Es gab sowohl männliche wie auch weibliche Götter.
Die Wintersonnenwende ist ein solches natürliches Phänomen welches wir im Außen wie auch im Innen erleben, es ist die Geburt des neuen Lichtes, der neuen Sonne. Sie ist der Retter der Welt und wird in der Julnacht neu geboren. Die Bedeutung des Lichtes, der Sonne und der Wärme war in den langen, dunklen und rauen Wintermonaten für die nordischen Völker immens wichtig. Man sehnte sich nach der rettenden Sonne, die wieder Wärme bringt und Licht und damit das alltägliche Leben viel leichter machte.
 
 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.