Die dunkle Jahreszeit ist Wurzelgräberzeit

Viele gute Hausmittel, die eine wilde Hausapotheke erst so richtig abrunden, werden aus Wurzeln gemacht. In den Wurzeln stecken andere, wichtige Inhaltsstoffe als im Kraut, der Rinde oder den Früchten. Und so gibt es auch für die Wurzelernte einen oder besser gesagt zwei perfekte Zeitpunkte im Jahr.
Wurzeln ernten wir in der dunklen Jahreszeit, also im frühen Herbst und im späten Frühjahr. Nach altem keltischen Brauch endete mit Samhain die Zeit der Ernte. Auch die Zeit des Wurzel Grabens ist nun vorüber. Die Pflanzen ziehen sich ins Erdreich zurück, haben ihre Blätter abgeworfen oder sind abgestorben. Alle Säfte, Inhaltsstoffe und Kräfte der Pflanzen sitzen nun als Nährstoffspeicher in den Wurzeln und überwintern dort um den Kräutern, Bäumen und Blumen im nächsten Frühjahr wieder zur Verfügung zu stehen. Mit den ersten Sonnenstrahlen brechen sie dann kraftvoll aus der dunklen Erde hervor und wachsen zu ebenso heilbringenden, duftenden und kräftigen Pflanzen heran wie im letzten Jahr. Anfang Februar nehmen wir wahr wie die Sonne langsam zurückkehrt, die Tage werden allmählich länger und die ersten Frühlingsblüher recken ihre Köpfe aus der Erde. Unseren Heilpflanzen lassen wir jetzt noch ein wenig Zeit sich zu sammeln, die Kräfte und wertenvollen Heilstoffe in den Wurzeln zu bündeln. Schon bald, so um den 20.-22.März, erleben wir die Frühjahrs- Tag- und Nachtgleiche. Ab diesem Moment ist der Frühling, das neue Wachsen und Gedeihen, nicht mehr aufzuhalten. Die Säfte steigen in den Pflanzen und werden immer reicher. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt die frischen Wurzeln zu ernten.
 
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Die Zeit zwischen Samhain und der Frühjahrs- Tag- und Nachgleiche ist also nicht nur für die Menschen eine Ruhezeit, eine Zeit der Besinnung und Regeneration. Es ist die Zeit in der die Nebel zur Anderswelt besonders dünn und die Tore weit geöffnet sind. Für die Pflanzen ist es die Zeit in der sie, zurückgezogen in der Erde, ganz und gar Mutter Erde gehören. Beschützt von der Vegetationsgöttin sammeln auch sie neue Kraft und regenerieren.
Ich kann also ganz gewiss sagen, im späten Frühjahr (nach der Frühjahrs- Tag- und Nachtgleiche) und im späten Herbst (vor Samhain) werden von uns Kräuterfrauen die Wurzeln gegraben. Natürlich bringt die Sonne im Frühjahr eine andere Qualität, eine andere Kraft mit sich als die Herbstsonne. Genauso ist es mit dem Mond. Er bewegt die Weltmeere, wie könnte er keinen Einfluss auf Mensch und Pflanzen haben. So zieht der aufsteigende Mond die Pflanzenkräfte hinauf in die Blätter und Blüten, also in alles Oberirdische. Der absteigende Mond zieht die Säfte und Heilkräfte hinab ins Wurzelwerk und somit ist die Phase des absteigenden Mondes ein perfekter Zeitpunkt Wurzeln zu graben.
Die Phase des absteigenden oder aufsteigenden Mondes hat nichts mit dem zu- oder abnehmenden Mond zu tun. Diese Mondphasen sind uns im Monatsrhythmus bekannt. Als die Phase des absteigenden Mondes wird die dunkle Jahreszeit von der Sommersonnenwende bis zur Wintersonnenwende bezeichnet. Das ist die Zeit des Herbstes, der Ernte und des Niedergangs.
Und wer jetzt verwirrt ist über die vielen Aspekte wann denn nun der beste Zeitpunkt zum Wurzeln Graben ist, dem rate ich: Die dunkle Jahreszeit, der späte Frühling und der frühe Herbst sind ideale Wurzelgräberzeiten. Für alles andere, bleibt gut verwurzelt, hört auf euren Bauch und versucht euer Glück nicht bei Bodenfrost 😉

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