Die Eibe – Der Baum an der Pforte zur Ewigkeit

Die Eibe mit ihrer düsteren Ausstrahlung ist uns vor allem von Friedhöfen bekannt. Als Friedhofsbaum diente sie einst als Schutz vor den Toten, aber auch als Schutzbaum der Toten. Ein alter bretonischer Glaube besagt, dass ihre Ausläufer, ihre Wurzeln bis in die Münder der Toten wachsen.
Unsere Vorfahren, die Kelten, weihten die Eibe der Totengöttin in ihrem dunkelsten Aspekt und so steht sie im keltischen Jahresrad auch für den Tod der Sonne. Sie symbolisiert den letzten kurzen Tag vor der Wintersonnenwende am 21. Dezember und steht damit für das Ende des Zeitenkreislaufes, der sich mit der Wiedergeburt des Sonnenkindes wieder zu drehen beginnt. Die Eibe steht sozusagen an der Pforte zur Ewigkeit.
Sprachwissenschaftler vermuten, dass der keltische Name der Eibe, nämlich „ivo“ oder „ibar“, mit dem alten Wort „ewa“ oder auch „ewig“ verwand ist. Und damit schließt sich der Kreis und wir verstehen warum die Eibe zu den allerheiligsten Druidenbäumen gehörte. Sie war ein magischer Baum. Gern schnitzen die Druiden aus dem Eibenholz Wahrsage- und Zauberstäbe oder auch Amulette, die auf der nackten Haut getragen den Besitzer vor Verhexung und anderem Unheil schützten.
„Vor den Eiben kann kein Zauber bleiben“ … Da die Eibe Anteil an der Ewigkeit hat, glaubten die Kelten sie sei das langlebigste Geschöpf hier auf Erden. Und tatsächlich können Eiben weit über 2000 Jahre alt werden. Genauso wenig wie Lug und Trug vor der Ewigkeit Stand halten können, kann kein böser Zauber vor der Eibe bestehen. Die Eiben- Rune Eihwaz gilt als die stärkste Schutzrune und symbolisiert Yggdrasil den Weltenbaum. Sie verspricht ein langsames und stetiges Wachstum und ist Sinnbild für das ewige Leben. Sie steht uns in Zeiten von Lebensprüfungen bei, stärkt den Lebenswillen und zeigt uns, dass durch Unannehmlichkeiten und Beschwerden Wachstum gefördert wird.
Die Eibe gilt als Symbol des hohen Alters, der Wiedergeburt und Reinkarnation, weil sie aufgrund ihrer eigentümlichen Art zu wachsen ein sehr sehr hohes Alter erreichen kann. Die Zweige der Eibe senken sich zum Teil in die Erde hinab um neue Stämme zu bilden. Diese neuen Stämme wachsen wiederrum mit dem Hauptstamm weiter empor. Der zentrale Hauptstamm zerfällt im Laufe der Zeit von innen heraus und aus der schwammigen Masse ihres zerfallenen Vorgängers erwächst eine neue Eibe, die sich von der alten nicht mehr unterscheiden lässt.
Taxus baccata, der lateinische Gattungsname ist vom griechischen toxon, was Bogen bedeutet, übernommen wurden. Ein Toxikum (griechisch toxikon) ist ein Gift und ursprünglich ist damit das Pfeilgift gemeint. Die keltischen Krieger präparierten die Pfeilspitzen mit einem höchst giftigen Absud der Eibenblätter, Nieswurz und dem Eisenhut.
Die Eibe ist ein Baum, der es liebt im Schatten zu leben. Aus unseren Wäldern ist fast verschwunden. Im südwestlichen Oberbayern, in Paterzell, gibt es den noch größten zusammenhängenden Eibenwald in Deutschland. Im wunderschönen Eichsfeld in Thüringen gibt einen kleinen, aber feinen Eibenwald. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Es geht eine ganz besondere mystische Energie von diesen Bäumen aus, die man kaum in Worte fassen kann.

Im Herbst trägt sie rote Beeren in deren Mitte der Samen steckt. Das rote Fruchtfleisch der Beeren ist der einzige Bestandteil der Eibe der nicht giftig ist. Die Rinde, die Samen und die Nadeln sind für Mensch und Tier gleichermaßen giftig. Wildtiere wie die Rehe, Kaninchen und Hasen sind gegen das Gift immun. Wahrscheinlich haben sie einfach noch die ursprünglichen Instinkte und wissen in welcher Dosis, in welcher Menge die Eibe gegessen werden kann um sie gegen Würmer zu schützen.

2 Kommentare zu „Die Eibe – Der Baum an der Pforte zur Ewigkeit“

  1. Liebe Nicole, vielen Dank für den Tipp! Ich hab mir deinen Beitrag angeschaut. Es ist wunderschön 🙂 sehr eindrucksvoll! Diese Berge und die Weite… das ergreift mich immer wieder! In diesem Jahr werde ich die 1000-jährige Eibe wohl nicht mehr besuchen, das nehme ich für 2018 vor. Vielen Dank noch einmal und liebe Grüße aus Leipzig

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