Die Jahreskreisfeste

Im Laufe eines Jahrsezyklus unserer Vorfahren finden wir 8 elementare Stationen. Diese 8 Jahrskreisfeste wurden nach dem Stand der Sonne und des Mondes gefeiert. Feste Feiertage so wie wir sie heute kennen, auf ein konkretes Datum festgesetzt, kannten sie nicht. Die 4 Sonnenfeste wurden an den Tagen der Sonnenwenden und Tag- und Nachtgleichen begangen. Die Mondfeste feierte man an den entsprechenden Mondphasen.

Lassen wir uns darauf ein, die von der Natur gegebenen Hochzeiten und Wendezeiten im Jahreslauf zu feiern oder bewusst und andächtig zu begehen, so werden wir feststellen, dass diese 8 Jahreskreisfeste sehr nah bei den uns heute bekannten großen Feierlichkeiten liegen. Meist finden diese heute wenige Tage nach dem naturgegebenen Ereignis statt und von ihrem Zauber, ihrer Magie ist kaum noch etwas zu spüren. Begehen wir nun diese Feste nach dem Stand von Sonne und Mond, erleben wir den Wechsel der Jahreszeiten und die unterschiedlichen Grundstimmungen im Laufe eines Jahres wieder bewusst. Wir erlangen ein neues oder besser verloren gegangenes Gespür für unsere Umwelt zurück. Wir bringen unseren Körper und Geist wieder in den Einklang mit Mutter Natur.

Die Jahreskreisfeste markieren nicht nur einen bestimmten Abschnitt im Laufe eines Jahres, sie markieren auch sinnbildlich die Grundstimmung der Natur und wichtige Abschnitte, Wendepunkte im Leben eines jeden Menschen als ein Teil der Natur.

Wir alle kennen die Melancholie des Herbstes, den Winterblues, die Frühjahrsmüdigkeit, den Stress den uns die Zeitumstellung bringt und wir freuen uns auf den Sommer, eine Zeit im Jahr in der wir nur so vor Energie strotzen, uns leicht und kraftvoll fühlen.

Für unsere Vorfahren war es keineswegs selbstverständlich, dass die Sonne am Ende eines langen Winters wieder scheint, die Tage länger werden, das Leben, die Pflanzen und die Natur wieder aus dem Winterschlaft erwacht. Sie hatten Sorge, dass ein Wolf die Sonne verschlingen könnte und sie nie wieder scheinen wird. Man kann sich vorstellen wie groß die Freude war, als dann nach einem langen, rauen und dunklen Winter die Sonne neu geboren wurde, die Tage länger wurden und die Natur wieder zu leben begann. Im August feierten sie zur Zeit der bevorstehenden Ernte das Schnitterinnenfest, es war die Zeit in der man durchaus schon die Früchte seiner Arbeit, die Früchte der im Frühjahr in die Erde gepflanzten Samen zu sehen waren. So bat um an diesem Fest um reiche Ernte, die die Familie über den bevorstehenden Winter bringen sollte. Und genauso war es die Zeit in der man Mutter Natur dafür dankte, dass sie uns nähert und trägt.

 

 

Die 4 Sonnenfeste sind:

Frühjahrstag- und Nachtgleiche / Ostara – gefeiert wird es in der Zeit um den 20. bis 23. März

Sommersonnenwende / Litha – in der Zeit um den 20. bis 23. Juni, der längste Tag und die kürzeste Nacht

Herbsttag- und Nachtgleiche / Mabon – 20. bis 23. September

Wintersonnenwende / Jul – das keltische Weihnachtsfest fällt in die Zeit 20. bis 23. Dezember, wird meistens am 21. Dezember gefeiert, längste Nacht und Beginn der Rauhnächte

 

Die 4 Mondfeste sind:

Allerseelen / Samhain – gefeiert am Schwarzmond (Neumond) nach Mabon, der Herbsttag- und Nachtgleiche, das keltische Neujahr wird gefeiert in der Nacht bzw. um der Nacht auf den 01. November

Lichtmess / Imbolc – ein Neumondfest, es findet statt, wenn sich die erste schmale Sichel am Himmel nach Jul zeigt, es wird am bzw. um den 02. Februar gefeiert

Maifest oder Walpurgisnacht / Beltane – wir feiern es am Vollmond nach Ostara, heute findet es in der Nacht auf den 01. Mai statt

Das Schnitterinnenfest / Lughnasad – gefeiert zum abnehmenden Mond nach der Sommersonnenwende / Litha, meist gefeiert am bzw. um den 01. August