Über mich

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Schon als Kind war ich nicht zu halten und habe jede freie Minute in der Natur verbracht. Wir haben draußen gespielt, Buden gebaut, die Wiesen und Wälder in unserem Dorf haben wir alle in- und auswendig gekannt. Es war normal, dass man mit Hausmitteln Krankheiten behandelte, im Garten sein eigenes Obst und Gemüse anbaute und das für die Wintertage verarbeitete und haltbar machte. Wir hatten einen riesengroßen Garten der uns ernährte, einen Hof mit Hühnern und Gänsen, eine Wiese auf der die Schafe weideten und eine Menge Bäume auf denen wir kletterten und leckere Kirschen, Äpfel und Birnen aßen. Die wurden auch nicht abgewaschen bevor wir sie aßen.
Als ich dann selbst irgendwann Mutter einer wundervollen kleinen Tochter wurde, war es für mich selbstverständlich auf all die alten Hausmittel zurückzugreifen die ich noch aus meinen Kindertagen kannte. Ich bekam Bücher geschenkt wie man Kleinkinder auf natürlichem Wege heilt, welche Tees besonders gut wirken und was man lieber bei den kleinen Würmern unterlässt.
Geblieben ist in all den Jahren die Liebe zur Natur und die Selbstverständlichkeit meine kleine Familie natürlich zu ernähren und zu heilen. Wir waren selten beim Arzt, doch vor ein paar Jahren hat man nach monatelangem Rätselraten bei meiner Tochter eine Zyste festgestellt und wir mussten von Arzt zu Arzt, dramatische Untersuchungen über uns ergehen lassen und bekamen die volle Breitseite: „Rechnen Sie mal mit Krebs und nehmen Sie sich in den nächsten Monaten nichts vor!“ Das war zu viel, ich konnte das nicht glauben, es fühlte sich nicht wahr an und ich war schockiert über die Art und Weise wie man uns abfertigte und stehen ließ.
Zum Glück schenkte mir wenige Monate zuvor ein lieber Freund „Gesundheit aus der Apotheke Gottes“ von Maria Treben und es faszinierte mich, ich habe es förmlich verschlungen und endlich, jetzt konnte ich loslegen. Ich bin nach Hause gefahren und habe dort auf den alten Wiesen meiner Kindheit die Kräuter gefunden gefunden mit denen ich heiße Umschläge und Tees für meine Tochter zubereiten konnte. Es ist natürlich aufwendiger sich jeden Tag die Zeit zu nehmen einen Kaltansatz anzusetzen, diesen aufzukochen und das pubertierende Kind im Hochsommer mit einem heißen Umschlag ins Bett zu legen, zur Ruhe zu bringen und Tee zu verabreichen. Und es braucht seine Zeit bis die Wirkung eintritt. Irgendwann ist die Zyste geplatzt und damit war das Thema aus der Welt. Gott sei Dank! Im Leben einer Frau ist wohl schon fast normal, dass man mal eine Zyste hat und diese in vielen Fällen auch wieder geht.
Meine Leidenschaft war entfacht, ich musste raus in die Wälder und auf die Wiesen, ich habe so viele Kräuterbücher verschlungen, im Internet recherchiert und ausprobiert. Wie das so ist, bin ich dann „zufällig“ auf eine Kräuterfrau im Harz gestoßen, bei ihr kann man in die Lehre gehen, so wie in alten Zeiten und alles wichtige über Kräuter, deren Verarbeitung und Wirkungsweisen lernen. Ich habe mich angemeldet und seit dem lässt es mich nicht mehr los. Es war recht schnell klar, das will ich machen, irgendwie muss ich die Kräuter in mein Leben lassen, es geht nicht mehr ohne und ich will ihnen viel mehr Zeit widmen. Und das mache ich nun. Ich gehe weiterhin arbeiten, weniger um mehr Zeit für meine Kräuter zu haben, Seminare zu besuchen und selbst was auf die Beine zu stellen.
Und nun bin ich hier, das ist ein weiterer Schritt auf der Reise mit den Kräutern, Festen und Bräuchen unserer Ahnen. Ich möchte mein Wissen vertiefen und es weiter geben, ich möchte Herzen berühren und Leidenschaft entfachen und ihr seid herzlich eingeladen mich auf diesem Weg ein Stück zu begleiten. Wir werden sehen wo uns diese Reise hinführt…
 
Ute Milus
 


Bildnachweis: privates Foto